Intelligente Materialien für die CO₂-Abscheidung: Kooperationen mit Unternehmen willkommen
Die Reduzierung von CO₂-Emissionen gehört zu den zentralen Herausforderungen für Industrie und Wirtschaft. Gleichzeitig gewinnen Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Nutzung zunehmend an Bedeutung, um Klimaziele zu erreichen und nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen. Mit dem Forschungsprojekt „SAFE-CO₂“ arbeiten das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, die Universität des Saarlandes sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) an einer neuen Generation energieeffizienter CO₂-Abscheidungstechnologien.
CO₂ aus Luft und Abgasen zurückgewinnen
Ziel des Projekts ist die Entwicklung neuartiger Membranadsorber, die Kohlendioxid direkt aus der Umgebungsluft oder aus industriellen Abgasströmen herausfiltern können. Im Gegensatz zu vielen bestehenden Verfahren benötigen die neuen Systeme deutlich weniger Energie. Möglich wird dies durch sogenannte thermoresponsive Materialien. Diese intelligenten Polymere verändern ihre Eigenschaften abhängig von der Temperatur. Vereinfacht gesagt können sie CO₂ bei einer Temperatur aufnehmen und bei einer anderen wieder freisetzen. Dadurch wird die Regeneration der Materialien energieeffizienter und der gesamte Prozess wirtschaftlicher. Die Materialien werden in offenporöse Membranstrukturen integriert, die eine besonders gute Durchströmung ermöglichen und gleichzeitig den Energieaufwand für den Betrieb reduzieren.
Forschungskompetenz aus dem Saarland
Die wissenschaftliche Entwicklung der thermoresponsiven Adsorber erfolgt am Lehrstuhl für Polymerchemie der Universität des Saarlandes unter der Leitung von Professor Markus Gallei. Das Fraunhofer IGB bringt seine langjährige Expertise in der Membranentwicklung und Modultechnik ein. Das ZSW übernimmt die Bewertung der Leistungsfähigkeit sowie der ökologischen und wirtschaftlichen Potenziale der entwickelten Systeme. Das bis 2029 laufende Projekt soll zeigen, dass die direkte CO₂-Abscheidung technisch machbar, wirtschaftlich attraktiv und langfristig einsetzbar ist.
Unternehmen als Anwendungspartner gesucht
Bereits während der Entwicklungsphase suchen die Projektpartner den Austausch mit Unternehmen, die sich mit CO₂-Reduktion, Klimaschutzstrategien oder zukünftigen Carbon-Management-Konzepten beschäftigen. Insbesondere Industrieunternehmen mit CO₂-intensiven Prozessen, Akteure aus den Bereichen Energie, Chemie, Werkstoffe, Umwelttechnik oder Kreislaufwirtschaft sowie Unternehmen mit ambitionierten Nachhaltigkeitszielen können von einem frühzeitigen Dialog profitieren. Gesucht werden Anwendungspartner, die Anforderungen aus der Praxis einbringen, mögliche Einsatzszenarien diskutieren oder Interesse an zukünftigen Pilotanwendungen haben. Unternehmen, die mehr über die Technologie erfahren oder Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten möchten, können sich an die Projektpartner oder an die für das Thema Neue Materialien verantwortliche saaris Mitarbeiterin wenden. Der Austausch soll dazu beitragen, Forschungsergebnisse frühzeitig in industrielle Anwendungen zu überführen und gemeinsam innovative Lösungen für eine klimaneutrale Wirtschaft zu entwickeln.
Mehr dazu in der Originalveröffentlichung
Die mit KI generierte Darstellung zeig schematisch, wie schaltbare, Stimulus-responsive Materialien zum „Einfangen“ von CO2 funktionieren. © ©gallei-lab, Higgsfield/Nano Banana Pro mit eigenem Bildbeitrag
Diese News erscheint im Rahmen der saarländischen Transferinitiative, gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie. Partner der Initiative sind die saaris GmbH, die FITT gGmbH sowie die Triathlon Transfer GmbH. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die nachhaltige Stärkung des Technologietransfers im Saarland und damit die gezielte Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des saarländischen Wirtschaftsstandortes.
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