Forschungs-Innovationen aus dem Saarland: Smarte Technologien auf der Hannover Messe
Energieeffiziente Robotergreifer, intelligente Implantate, hauchdünne Pumpen und smarte Textilien: Auf der Hannover Messe präsentieren Forscherinnen und Forscher aus dem Saarland bahnbrechende Entwicklungen, die die Industrie und den Alltag revolutionieren könnten.
Robotergreifer sparen bis zu 90 Prozent Energie
Ein Team der Universität des Saarlandes und des Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) stellt neuartige Robotergreifer vor, die den Energieverbrauch drastisch senken. Die Greifsysteme basieren auf Formgedächtnisdrähten aus Nickel-Titan, die nur kurze Stromimpulse für ihre Bewegung benötigen. Einmal zugegriffen, halten sie Werkstücke ohne zusätzlichen Energieaufwand fest – eine Technologie, die herkömmliche pneumatische Greifer ersetzen könnte.
„Unsere Greifer sind nicht nur energieeffizient, sondern auch flexibler und leiser als Druckluftsysteme“, erklärt Professor Paul Motzki. Neben klassischen Greifern gibt es auch Vakuumgreifer, die durch kurze Stromimpulse ein stabiles Vakuum erzeugen. Die Forscher suchen auf der Messe Kooperationspartner, um die Technologie in die Praxis zu überführen.
Intelligente Implantate für bessere Knochenheilung
Auch in der Medizintechnik setzen Saarbrücker Forscher auf smarte Lösungen. Ein interdisziplinäres Team der Universität des Saarlandes und des Universitätsklinikums entwickelt Implantate, die den Heilungsprozess von Knochenbrüchen überwachen und aktiv steuern können.
Die Marknägel können ihre Steifigkeit anpassen und sind über eine Smartphone-App steuerbar. Möglich wird dies durch winzige Formgedächtnismotoren, die ohne Verdickung des Implantats auskommen. „Unsere Technologie ermöglicht eine präzisere Überwachung der Heilung und kann den Behandlungsprozess individuell anpassen“, sagt Professor Motzki. Die Forschung wird im Rahmen des EU-Projekts „Smile“ gefördert.
Energiesparende Pumpen und Ventile aus hauchdünner Folie
Ein weiteres Highlight aus dem Saarland: neuartige Pumpen und Ventile, die mit extrem dünner Silikonfolie arbeiten. Diese Innovation könnte klassische Druckluftsysteme ersetzen und bis zu 400-mal weniger Energie verbrauchen. Durch elektrische Spannung verformt sich die Folie und erzeugt so Bewegung – ohne Motoren, Schmiermittel oder seltene Materialien.
„Unsere Technologie ist leicht, skalierbar und reinraumtauglich, also ideal für Anwendungen in der Medizintechnik oder Mikroelektronik“, erklärt das Forschungsteam. Ein Prototyp erzeugt bereits ein Vakuum von 300 Millibar und arbeitet dabei fast geräuschlos.
Smarte Textilien und Touch-Oberflächen
Besonders futuristisch sind die Entwicklungen im Bereich smarter Textilien. Eine hauchdünne Silikonfolie mit elektrisch leitfähigen Beschichtungen kann vibrieren, drücken oder sich verformen – alles gesteuert durch elektrische Spannung.
Auf Stoffe aufgebracht, ermöglicht die Technologie haptisches Feedback in virtuellen Welten, etwa in Computerspielen oder industriellen Anwendungen. Ein Prototyp zeigt, wie ein Armband mit einem berührungsempfindlichen Touchpad Buchstaben und Bewegungen erkennt.
Die Forscher haben ihre Entwicklungen bereits in die Praxis überführt: Mit der Firma mateligent GmbH einer Ausgründung aus der Universität, sollen die Innovationen industriell nutzbar gemacht werden. Die Forschung aus dem Saarland sorgt auf der Hannover Messe für großes Interesse. Die Kombination aus Energieeffizienz, intelligenter Steuerung und neuen Materialtechnologien könnte viele Branchen nachhaltig verändern.
Sie könnten sich Kooperationen auf diesem Gebiet vorstellen? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Wir unterstützen Sie dabei.
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