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Von Gold bis Violett: Universität und Industrie entwickeln neue biobasierte Pigmente

Industrielle Farben und Pigmente belasten die Umwelt in nicht unerheblichem Maße. Ihre Herstellung ist häufig energieintensiv und ressourcenaufwendig. Ein Forschungsverbund aus Wissenschaft und Industrie möchte dies ändern. Unter der Leitung von Christoph Wittmann, Professor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes, sollen Bakterien dazu gebracht werden, Farbpartikel aus Nebenströmen der holzbasierten Zellstoffherstellung zu produzieren. Start ist am 1. März 2026.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität des Saarlandes entwickeln im Projekt „BioChroma” über eine Laufzeit von drei Jahren mikrobiologische Produktionssysteme für biobasierte Pigmente im Labormaßstab. Von Beginn an arbeiten sie dabei eng mit den Industriepartnern BASF SE, MyBiotech und Mercer Rosenthal zusammen, um die entwickelten Ansätze gezielt in Richtung industrieller Umsetzung weiterzuführen – von der Bewertung der Skalierbarkeit bis hin zu anwendungsnahen Formulierungen.

Im Projekt BioChroma entstehen die Pigmente in eigens dafür entwickelten mikrobiellen Zellfabriken. Im Labor werden die Mikroorganismen gezielt mit Stoffwechselwegen ausgestattet, die es ihnen erlauben, definierte Farbstoffe effizient und reproduzierbar zu synthetisieren. Der Ansatz orientiert sich an natürlichen Vorbildern, überträgt diese jedoch in einen kontrollierbaren biotechnologischen Prozess. Auf diese Weise erschließt sich ein Spektrum biobasierter Pigmente mit klar unterscheidbaren Farbcharakteren – von warmen, goldenen Tönen bis hin zu tiefen violetten Nuancen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die möglichst auffällige Farbe, sondern die präzise Einstellung von Eigenschaften wie Reinheit, Stabilität und Funktionalität.

Langfristig sollen diese maßgeschneiderten Pigmente überall dort eingesetzt werden können, wo konventionelle Farben an ihre Grenzen stoßen – etwa, weil besonders hohe Anforderungen an Sicherheit und Verträglichkeit gestellt werden. Ziel des Projekts ist es, Farben „neu zu denken“ – nicht als bloße Zusatzstoffe, sondern als funktionale, naturinspirierte Materialien. Pigmente, die Mikroorganismen aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen und die sich am Ende ihres Lebenszyklus wieder abbauen lassen.

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