Grüner Stahl braucht starke Partner: ROGESA setzt auf kontinuierliche Weiterentwicklung
Die Transformation der Stahlindustrie hin zu einer klimafreundlichen und ressourcenschonenden Produktion nimmt im Saarland weiter Fahrt auf. Die ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar mbH plant am Standort Dillingen eine innovative Aufbereitungsanlage für zerkleinerten Stahl- und Eisenschrott. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms mit 2,8 Millionen Euro gefördert.
Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Schrott in der Stahlproduktion deutlich zu erhöhen und gleichzeitig die Qualität des erzeugten Stahls zu sichern. Eine besondere Herausforderung stellt dabei der im Schrott enthaltene Kupferanteil dar. Die neue Pilotanlage kombiniert erstmals verschiedene innovative Technologien wie Materialvorbereitung, KI-gestützte Objekterkennung und röntgenbasierte Analytik, um Kupferverunreinigungen effizient zu identifizieren und auszusortieren.
Weniger Rohstoffe, weniger Energie, weniger CO₂
Durch die verbesserte Aufbereitung soll der Kupferanteil im Scherenschrott um rund 30 Prozent reduziert werden. Dadurch kann hochwertiger Stahl mit einem höheren Schrottanteil hergestellt werden. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an Direktreduziertem Eisen (DRI) als Primärrohstoff.
Die erwarteten Effekte sind erheblich: Jährlich könnten bis zu 16 Gigawattstunden Energie, rund 76.000 Tonnen CO₂ sowie etwa 63.000 Tonnen DRI und weitere Primärrohstoffe eingespart werden. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft.
Offen für Austausch und neue Partnerschaften
Die technische Konzeption der Anlage entstand im Rahmen einer Vorstudie gemeinsam mit einem spezialisierten Anlagenbauer. Mit der Inbetriebnahme, die für die zweite Jahreshälfte 2028 vorgesehen ist, soll die Entwicklung jedoch keineswegs abgeschlossen sein. Vielmehr versteht ROGESA die Anlage als Ausgangspunkt für weitere Innovationen. Nach der Fertigstellung soll das Verfahren kontinuierlich optimiert und weiterentwickelt werden. Besonders im Bereich der Kreislaufwirtschaft besteht Interesse an neuen Impulsen, Technologien sowie Kooperationen und der Austausch mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren entlang der Wertschöpfungskette. Damit eröffnet das Projekt nicht nur neue Perspektiven für eine nachhaltige Stahlproduktion, sondern auch Potenziale für Innovationspartnerschaften innerhalb des saarländischen und europäischen Innovationsökosystems.
Förderung von Demonstrationscharakter
Das Umweltinnovationsprogramm unterstützt die erstmalige großtechnische Umsetzung der Anlage. Nach Angaben des Fördergebers geht das Verfahren über den aktuellen Stand der verfügbaren Technik hinaus und besitzt Demonstrationscharakter für die gesamte Branche. Die Investition zeigt, wie technologische Innovation, Ressourceneffizienz und Klimaschutz in der Industrie zusammengeführt werden können und welche Chancen sich daraus für neue Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung ergeben.
Mehr dazu in der Originalveröffentlichung
Diese News erscheint im Rahmen der saarländischen Transferinitiative. Partner der Initiative sind die saaris GmbH, die FITT gGmbH sowie die Triathlon Transfer GmbH. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die nachhaltige Stärkung des Technologietransfers im Saarland und damit die gezielte Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des saarländischen Wirtschaftsstandortes.
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