✕

Neue Meldung

Gamechanger Batterie: Neue Geschäftschancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Vom intelligenten Energiemanagement über automatisierte Batterieprüfung bis zum Recycling: Beim TraWeBa-Event „Gamechanger Batterie“ zeigten Unternehmen, wie vielfältig Batterietechnologien bereits heute eingesetzt werden können. Die Veranstaltung von saaris brachte Industrie, Technologieanbieter und weitere Akteure zusammen und gab Impulse, wie Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.

Batterien sind weit mehr als die Grundlage der Elektromobilität. Sie ermöglichen die Speicherung erneuerbarer Energien, verändern Produktionsprozesse und eröffnen neue Möglichkeiten für Logistik, Qualitätssicherung und Kreislaufwirtschaft. Welche konkreten Chancen sich daraus für Unternehmen ergeben, stand im Mittelpunkt des TraWeBa-Events „Gamechanger Batterie“ im vevio Inklusionsbetrieb in Spiesen-Elversberg.

Zum Auftakt ordnete Claus-Peter Köth, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Automobil Industrie“ der Vogel Communications Group, die Entwicklung der europäischen Batterieproduktion ein. Europa müsse seine Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten verringern und eine breitere, robustere industrielle Basis aufbauen. Gleichzeitig böten Digitalisierung, Robotik, intelligente Fabriken und neue Anwendungen jenseits des klassischen Pkw-Marktes Chancen für europäische Unternehmen. Auch Zulieferer könnten ihre vorhandenen Kompetenzen nutzen, um sich neue Märkte zu erschließen.

In einem weiteren Impulsvortrag zeigte Patric C. Auner von Farasis Energy Europe GmbH nach dem Blickwinkel der Presse diesen nochmals aus Sicht der Industrie und gab Einblicke in die Elektrifizierung und deren weitere Entwicklung. Der Beitrag verdeutlichte, dass neue Batterieanwendungen nicht allein von der technischen Leistungsfähigkeit abhängen. Vor allen Dingen Kosten, Energieeffizienz und Qualität entscheiden mit darüber, welche Lösungen sich am Markt durchsetzen.

Automatisierung und Qualitätssicherung als Schlüsseltechnologien

Wie wichtig leistungsfähige Produktions- und Prüfverfahren für die Batteriewertschöpfung sind, zeigten mehrere Technologieanbieter.

Jürgen Groß stellte die Liebherr Verzahntechnik und Automation GmbH und deren Ansätze für Automatisierung und Remanufacturing vor. Ein Schwerpunkt lag auf der automatisierten Demontage von Batterien als Voraussetzung für Reparatur, Wiederverwendung und Recycling. Unterschiedliche Bauformen und Zustände gebrauchter Batterien stellen hohe Anforderungen an flexible, skalierbare Anlagen. Automatisierung kann dabei helfen, gefährliche manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren und Demontageprozesse effizienter zu gestalten.

Jens Lübbehüsen präsentierte Royma Industrial CT Europe und die Möglichkeiten industrieller Röntgen- und Computertomografie, sowohl inline als auch offline. Mit diesen Verfahren lassen sich Batteriezellen und andere Bauteile zerstörungsfrei auf innere Fehler untersuchen. Für Unternehmen ist das insbesondere in Forschung und Entwicklung, bei der Qualitätskontrolle, in der Fertigung und bei der Prüfung eingehender Komponenten relevant. Fehler können so frühzeitig erkannt werden, bevor sie zu Ausschuss, zusätzlichen Kosten oder Qualitätsproblemen führen.

Batterien als Teil der betrieblichen Energieversorgung

Neben der Mobilität stand die Nutzung von Batterien als Energiespeicher im Fokus. Kai-Uwe Wollenhaupt vom Start-Up WLF Energy GmbH stellte Lösungen vor, die Energieerzeugung, Speicherung und Verteilung aus einer Hand bieten. Für Unternehmen, die ihre Energiekosten senken und erneuerbare Energien stärker nutzen möchten, ist das ein relevantes Handlungsfeld. Batteriespeicher können helfen, selbst erzeugten Strom zeitversetzt einzusetzen und den Energieverbrauch besser und kostengünstiger zu steuern. Außerdem besteht neben der Möglichkeit Energiespeicher selbst zu kaufen und zu betreiben die Option von Leasingmodellen.

Jan Burkhart von Hager Electro GmbH & Co. KG zeigte das bidirektionale Laden live vor Ort. Dabei kann Strom nicht nur in die Batterie eines Elektroautos geladen, sondern auch wieder aus ihr entnommen werden. Es wurde anhand eines Feldversuches anschaulich gezeigt, wo dort die Irrtümer liegen und wie das beste Ergebnis für den Endnutzer aussehen kann.

Neue Wertschöpfung durch Logistik und Kreislaufwirtschaft

Mit der wachsenden Zahl von Batterien gewinnen auch Transport, sichere Handhabung und Wiederverwertung an Bedeutung. Thorsten Mentges von ME Logistik Services GmbH & Co. KG beleuchtete Herausforderungen beim Transport und bei der Entsorgung kritischer Batterien. Neben dem reinen Transport ist das Thema Genehmigung und Regulatorik die größte Herausforderung. Diese unterscheidet sich selbst schon in Nachbarregionen zudem noch für Land, See und Luft so stark, dass dieses Fachwissen nur durch ständige Weiterbildung aktuell gehalten werden kann und es auch aufgrund von hohen Strafen sinnvoll ist, einen Fachbetrieb zu nutzen.

Dr. Philipp Veit stellte Circunomics vor, das sich im B2B Bereich mit Handel, Analyse und Marktplatzlösungen für Batterien beschäftigt. Das Portfolio von Circunomics wird indessen ständig erweitert und beschränkt sich nicht nur auf fertige Batterien aus den first oder second-use-Anwendungen, sondern es gibt auch Materialien und Vorprodukte. So kann man bei einem Autounfall auch schon Ersatzbatterien finden.

Kevin Braun von Molecular Plasma Group gab Einblicke in funktionelle Beschichtungen für Batterien. Es wird hier kein nasschemisches Verfahren, vielmehr ein eigenpatentiertes Verfahren angewendet, das völlig neue Möglichkeiten und Anwendungen bietet und bei dem die Funktionalität extrem verbessert werden kann.

Christoph Fickinger von Wendeware AG ergänzte das Programm um das Thema intelligentes Energiemanagement, das die Nutzung von Energie und Speichern bedarfsgerecht koordinieren kann. Dazu setzt Wendeware ein eigenes Gerät zur Steuerung ein und bietet die passenden Softwarelösungen rund um das Thema.

Die unterschiedlichen Beiträge machten deutlich: Die Wertschöpfung rund um Batterien entsteht nicht nur bei der Herstellung von Batteriezellen. Auch Maschinen- und Anlagenbau, Prüf- und Messtechnik, Werkstoffentwicklung, Software, Energieversorgung, Transport und Recycling bieten Ansatzpunkte für neue Produkte und Dienstleistungen.

saaris und TraWeBa bringen Unternehmen und Technologien zusammen

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie solche Entwicklungen für das eigene Geschäft nutzen können. Nicht jeder Betrieb muss selbst Batterien herstellen. Häufig liegt die Chance darin, bestehende Kompetenzen auf neue Anwendungsfelder zu übertragen, eigene Produktionsprozesse zu elektrifizieren oder als Technologieanbieter Teil einer neuen Wertschöpfungskette zu werden. Saaris-Geschäftsführerin Dr. Lesya Matiyuk dazu: „Mit TraWeBa wollen wir eine echte, operative Vernetzung schaffen, deutschlandweit und darüber hinaus. Denn die Zukunft der Batterietechnologie lässt sich nur gemeinsam gestalten: wenn Wirtschaft, Forschung und Politik ihre Erfahrungen und Kompetenzen zusammenbringen. Ob Rohstoffe, neue Anwendungen oder Second Life von Batterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen neue Chancen. Mit unseren Veranstaltungen und dem kontinuierlichen Austausch möchten wir Unternehmen dabei unterstützen, diese Potenziale zu erkennen und für sich zu nutzen.“

Und Daniela Neisius, Leiterin von TraWeBa im Saarland ergänzt: „Unternehmen können sich an saaris wenden, wenn sie beispielsweise prüfen möchten, welche Batterieanwendungen auch im Energiebereich für ihre Fertigung infrage kommen, welche Technologien zur Qualitätssicherung geeignet sind oder welche Partner sie für die Entwicklung einer neuen Lösung benötigen“. Über das Netzwerk TraWeBa könnten Kontakte vermittelt, technologische Fragestellungen konkretisiert und mögliche Kooperationen angebahnt werden.

Sie möchten herausfinden, welche Chancen Batterietechnologien für Ihr Unternehmen bieten? saaris unterstützt Sie dabei, passende Ansprechpartner und mögliche Kooperationspartner im TraWeBa-Netzwerk zu finden.

 

Ihre Ansprechpartnerin bei saaris:

Max Mustermann
Daniela Neisius Leitung TraWeBa | saaris.motovation 0681 210 66 220 daniela.neisius@saaris.saarland

Gefördert von: