Zutritt verboten: Viren den Weg in die Zelle versperren
Neue breit wirksame Wirkstoffe gegen Viren gelten als ein wichtiger Beitrag zur Pandemievorsorge. Ein Projekt von Alexander Titz, Professor für Organische und Pharmazeutische Chemie an der Universität des Saarlandes (UdS), und Prof. Christian Sieben, Forschungsgruppenleiter am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), hat zum Ziel, mit der Entwicklung solcher Wirkstoffe einen bisher fehlenden Baustein der Pandemievorsorge zu schaffen. Dafür wollen die beiden Forscher einen Schritt blockieren, der ganz am Anfang der viralen Infektion steht: das Andocken der Viren an Zuckermoleküle auf der Zelloberfläche. Die VolkswagenStiftung fördert die Entwicklung solcher Inhibitoren nun mit knapp einer Million Euro.
Die Forscher und ihre Teams setzen dabei auf eine innovative Strategie: Sie entwerfen Moleküle, sogenannte Sialomimetika, die die natürlichen Zuckerstrukturen auf der Oberfläche menschlicher Zellen nachahmen. Dieser Zuckermantel, auch Glykokalyx genannt, ist entscheidend für die Infektion vieler Viren. Insbesondere Sialinsäuren an der Zelloberfläche dienen Influenza- und Coronaviren als Ankerpunkte für die Infektion. Die Forscher wollen diese Bindung gezielt stören, indem sie Moleküle entwickeln, die sich besser an die Virusproteine heften als die natürlichen Zuckerketten. So sollen die Bindeproteine der Viren blockiert und damit die Zellbindung gestört werden. In der ersten Förderperiode der VolkswagenStiftung haben sie bereits vielversprechende Wirkstoffkandidaten identifiziert, die sie nun weiter optimieren wollen.
Mehr dazu hier
Das Bild zeigt mit einem Elektronenmikroskop aufgenommene Influenza A-Viren Bildautor Müsken/HZI
Diese News erscheint im Rahmen der saarländischen Transferinitiative, gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie. Partner der Initiative sind die saaris GmbH, die FITT gGmbH sowie die Triathlon Transfer GmbH. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die nachhaltige Stärkung des Technologietransfers im Saarland und damit die gezielte Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des saarländischen Wirtschaftsstandortes.
Sie haben Interesse an diesem Thema? Dann kontaktieren Sie auch gerne die saaris-Verantwortliche aus dem Bereich Life Science und Material Science,
Ihre Ansprechpartnerin bei saaris:
Gefördert durch

Subscribe to our newsletter now!
Our newsletters are currently only available in German. Please note our data privacy statement.


