Vom Fadenwurm zur Innovation – Laborgespräch zeigt Wege des Technologietransfers
Wie gelangen wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Labor in Unternehmen? Antworten darauf gab ein Laborgespräch an der htw saar, zu dem die FITT gGmbH eingeladen hatten. Im Mittelpunkt stand Dr. Sebastian Matthias Markert, Nachwuchsprofessor für die Interaktion zwischen neuronalem Gewebe und technischen Systemen an der htw saar. Industriepartner seiner Professur ist die Carl Zeiss Microscopy GmbH.
Warum ein Wurm für die Forschung wichtig ist
Markert forscht mit dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans (C. elegans), einem weniger als einen Millimeter großen Modellorganismus. Trotz seiner geringen Größe gehört er zu den am besten erforschten Lebewesen der Welt. Jeder Wurm besitzt exakt 959 Körperzellen und 302 Nervenzellen. Gerade diese Einfachheit macht ihn für die Wissenschaft interessant. Viele grundlegende biologische Prozesse lassen sich an ihm besonders gut untersuchen. So konnten Forschende mithilfe des Fadenwurms wichtige Mechanismen des programmierten Zelltods entschlüsseln. Auch bei der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen wie ALS liefert das Tier wertvolle Erkenntnisse.
Moderne Mikroskopie eröffnet neue Möglichkeiten
Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Mikroskopie. Durch moderne Licht- und Elektronenmikroskope können heute selbst kleinste Strukturen sichtbar gemacht werden. Inzwischen ist es möglich, das komplette Nervensystem eines Fadenwurms digital zu erfassen und dreidimensional darzustellen. Dadurch entsteht ein detaillierter „Schaltplan“ aller Nervenzellen und ihrer Verbindungen. Erste Forschungsprojekte nutzen diese Daten bereits, um biologische Strukturen auf einfache Robotersysteme zu übertragen und deren Bewegungen zu simulieren.
Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Neben den wissenschaftlichen Einblicken stand vor allem der Technologietransfer im Fokus. Mirjam Schwan von der FITT gGmbH betonte die zahlreichen Schnittstellen zwischen Hochschule, Industrie, Medizin und Wirtschaft. Formate wie das Laborgespräch ermöglichten Unternehmen einen Blick hinter die Kulissen aktueller Forschung und eröffneten neue Kooperationsmöglichkeiten.
Viele Betriebe seien sich nicht bewusst, welche Kompetenzen und technischen Infrastrukturen ihnen an Hochschulen zur Verfügung stehen. So können Unternehmen beispielsweise moderne Mikroskopietechnik und wissenschaftliche Expertise über Kooperationen nutzen, ohne selbst hohe Investitionen tätigen zu müssen.
Forschung als Motor für Innovationen
Das Laborgespräch zeigte, wie Wissens- und Technologietransfer funktionieren kann: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden verständlich vermittelt, Unternehmen erhalten Zugang zu neuen Technologien und Forschende gewinnen Einblicke in praktische Herausforderungen der Wirtschaft. Genau an dieser Schnittstelle entstehen die Innovationen von morgen.
Diese News erscheint im Rahmen der saarländischen Transferinitiative. Partner der Initiative sind die saaris GmbH, die FITT gGmbH sowie die Triathlon Transfer GmbH. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die nachhaltige Stärkung des Technologietransfers im Saarland und damit die gezielte Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des saarländischen Wirtschaftsstandortes.
Sie interessieren sich für das Thema und mögliche Einsätze in der Praxis? Dann kontaktieren Sie gerne die dafür verantwortliche saaris-Mitarbeiterin.
Ihre Ansprechpartnerin bei saaris:

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