Fraunhofer IBMT entwickelt Prototyp für neue Ultraschall-Hirntherapie
Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in Sulzbach entwickelt seit rund zehn Jahren ein neuartiges Verfahren zur nichtinvasiven Hirnstimulation mittels transkranieller fokussierter Ultraschallstimulation (TFUS). Ziel ist es, neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie Parkinson, Epilepsie, Depressionen, Schlaganfallfolgen oder Suchterkrankungen gezielt zu behandeln. Die Technologie arbeitet mit niedrigintensivem Ultraschall, der millimetergenau auf definierte Hirnareale fokussiert wird, ohne das Gewebe zu schädigen.
Technologisch vereint TFUS die Vorteile bestehender Verfahren: hohe räumliche Präzision wie bei invasiven Methoden, jedoch ohne Operation, sowie Nichtinvasivität wie bei elektrischer oder magnetischer Stimulation – allerdings mit deutlich besserer Fokussierung. Kernkomponente ist ein modularer Ultraschallsender mit 256 einzeln ansteuerbaren piezoelektrischen Elementen, ergänzt durch eine intelligente Elektronik, die auf Basis von MRT-Daten patientenspezifisch rechnet. Das System ist als kompaktes, mobiles Medizinprodukt konzipiert.
Der Entwicklungsstand ist weit fortgeschritten:
Erste klinische Studien mit Probanden laufen seit 2024, Ergebnisse werden 2026 erwartet.
Die Technologie gilt aktuell noch als experimentell, zeigt aber laut Fachgesellschaften und Pilotstudien vielversprechende Ansätze.
Das Fraunhofer IBMT arbeitet bereits mit mehreren klinischen und wissenschaftlichen Partnern zusammen.
Kritischer Punkt: der Übergang in die Anwendung.
Mit Abschluss der laufenden Studien erreicht das Projekt die Grenze dessen, was Fraunhofer aus Eigenmitteln leisten kann. Für den nächsten Schritt – groß angelegte klinische Studien, Zulassung, Produktentwicklung und Markteinführung – wird nun gezielt ein industrieller Partner oder Investor gesucht, idealerweise aus dem Saarland.
Der Technologietransfer ist klar angelegt:
Übergabe der Technologie an einen Medizintechnikhersteller,
gemeinsame Weiterentwicklung bis zur Serienreife,
Perspektive auf ein skalierbares Medizinprodukt mit internationalem Marktpotenzial.
Kurz gesagt:
Die Forschung ist gemacht, der Prototyp steht, klinische Daten folgen. Jetzt braucht es Industrie, Kapital und Marktzugang, um aus einer starken Fraunhofer-Entwicklung ein zugelassenes Produkt zu machen.
Mehr dazu im ausführlichen Beitrag der Saarbrücker Zeitung vom 16.01.2026 und in der Originalveröffentlichung des IBMT.
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