Auf der Suche nach dem mikrobiellen Schatz – HIPS-Forschende entdecken neue Bakterienfamilie mit hohem pharmazeutischem Potenzial
Die meisten in der Humanmedizin verwendeten Antibiotika haben ihren Ursprung in Naturstoffen, die von Bakterien und anderen Mikroben produziert werden. Bisher unbeschriebene Mikroorganismen sind daher eine vielversprechende Quelle neuer Wirkstoffe – auch zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs oder viralen Infektionen. Ein Team des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) konnte nun eine völlig neuartige Bakterienfamilie isolieren, die ein besonders hohes Potenzial für die Produktion möglicher Wirkstoffe aufweist. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Chem.
Bislang bestand die Ordnung der Myxobakterien aus sieben Familien – mit den insgesamt vier Vertretern der neu isolierten „Pendulisporaceae“ ist nun die achte Familie dazugekommen. Gefunden wurden die neuen Stämme in Bodenproben aus den Philippinen und Sambia. Die Pendulisporaceae unterscheiden sich morphologisch deutlich von allen bislang bekannten Myxobakterien und zeichnen sich durch ein Sporulierungsverhalten aus, das Forschende bislang eher von einer anderen Gattung an Bakterien kannten, den Streptomyceten. Dr. Ronald Garcia, leitender Mikrobiologe aus der Abteilung Mikrobielle Naturstoffe am HIPS sagt: „Die Pendulisporaceae zeigen morphologische Merkmale von Streptomyceten, gehören aber phylogenetisch gesehen klar zu den Myxobakterien. Diese Kombination ist bisher einzigartig und wir hoffen von dieser Familie noch viel über den komplexen Lebensstil von Myxobakterien lernen zu können.“
Mittels genetischer Analysen konnten die Forschenden außerdem herausfinden, dass in der neuen Bakterienfamilie ein enormes Potenzial zur Produktion von Naturstoffen steckt: Durch die Entdeckung der Pendulisporaceae konnte die Anzahl der bekannten genetischen Baupläne (sogenannter Biosynthese-Gencluster) für Naturstoffe aus Myxobakterien um ganze 9 Prozent gesteigert werden.
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