Saarländische Forschung entschlüsselt Mechanismus überschießender Entzündungen
Ein Forschungsteam unter Federführung der Universität des Saarlandes, des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) und der Universität Münster hat einen wichtigen Mechanismus entdeckt, der überschießende Entzündungsreaktionen bei schweren COVID-19-Verläufen und anderen entzündlichen Erkrankungen erklären könnte. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.
Was das Forschungsergebnis besonders macht
Im Zentrum der Studie stehen zwei zentrale Akteure des Immunsystems: Interleukin-1 (IL-1), das Entzündungen auslöst, und dessen natürlicher Gegenspieler IL-1Ra, der diese Reaktionen normalerweise bremst. Die Forschenden konnten zeigen, dass bei einigen schwer an COVID-19 erkrankten Menschen eine ungewöhnliche biochemische Veränderung von IL-1Ra auftritt. Dadurch verliert das Immunsystem die Toleranz gegenüber diesem Schutzmechanismus und bildet Antikörper gegen IL-1Ra. Die Folge: Entzündungen können ungebremst ablaufen und schwere Organ- oder Autoimmunreaktionen begünstigen.
Bedeutung über COVID-19 hinaus: Neue Perspektiven für Diagnostik, Prävention und gezielte Therapien
Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Mechanismus offenbar nicht nur bei COVID-19, sondern auch bei anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen eine Rolle spielt. In weiteren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler ähnliche Veränderungen auch bei Botenstoffen, die mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in Verbindung stehen. Damit reichen die Erkenntnisse weit über die Pandemie hinaus und eröffnen neue Perspektiven für Diagnostik, Prävention und gezielte Therapien.
Technologietransfer schafft Nutzen für die Gesellschaft
Für saaris ist dieses Beispiel ein Beleg dafür, welchen gesellschaftlichen Nutzen exzellente Forschung entfalten kann, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse den Weg in die Anwendung finden. Der Technologietransfer zwischen Hochschulen, Kliniken, Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist ein entscheidender Baustein, um Innovationen schneller in die Gesundheitsversorgung, in neue Produkte und in wirtschaftliche Wertschöpfung zu überführen. Erkenntnisse wie diese können langfristig dazu beitragen, neue diagnostische Verfahren, therapeutische Ansätze oder biotechnologische Anwendungen zu entwickeln.
Ansprechpartnerin für Unternehmen
Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Biotechnologie, Medizintechnik, Diagnostik oder Pharma, die Interesse an Kooperationen, Technologietransfer oder Innovationsprojekten haben, können sich an die bei saaris für den Bereich Life Science zuständige Mitarbeiterin wenden.
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Diese News erscheint im Rahmen der saarländischen Transferinitiative. Partner der Initiative sind die saaris GmbH, die FITT gGmbH sowie die Triathlon Transfer GmbH. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die nachhaltige Stärkung des Technologietransfers im Saarland und damit die gezielte Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des saarländischen Wirtschaftsstandortes.
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